
Flyer, Finnisage-Party und künstlerische Intervention zur Sonderausstellung „Wege nach Byzanz“ im Landesmuseum Mainz.
In Bezug auf das Anliegen der Sonderausstellung, dem Besucher nicht nur das fertige Ergebnis einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung zu präsentieren, sondern auch das Ringen der Wissenschaften mit Fragen, Lösungswegen und möglichen Antworten, markieren kryptische Pseudoinfografiken quer durch alle Abteilungen des Museums, Werke mit Einflüssen byzantinischer Kultur.
Die Grafiken geben dabei keine klaren Antworten, sondern stellen ihrerseits Fragen an den Besucher, irritieren und regen zum Nachdenken an.
1: Gerrit van Honthorsts „Das Konzert“ von 1624, zeigt auf rein kunstgeschichtlicher Ebene eher italienische als byzantinische Einflüsse. Der kulturelle Bezug zu Byzanz liegt hier im Inhalt der Darstellung selbst: Die Verbreitung von Saiteninstrumenten im europäischen Raum lässt sich auf den Einfluss des byzantinischen Reiches zurückführen. Die begleitende Grafik zeigt die schematische Darstellung einer tonerzeugenden Saite in verschiedenen Schwingungsphasen.



2: Als Besitzerin der 1880 in Mainz gefunden Adlerfibel wird zwar mittlerweile die deutsche Kaiserin Agnes von Poitou (1025-1077) angenommen, auf welchem Weg der Schmuck aber letztenendes in Mainz landete, ist bis heute nicht sicher zu klären. Als mögliche Spuren wurden deshalb die bekannten Reisestationen Agnes‘ in einen Google-Maps-Routenplaner übertragen und ein möglicher Reiseweg, mitsamt Instruktionen, aber ohne konkretere Benennung, generiert.



3: Das Bild des Abts Norbert von Spergs steht stellvertretend für den zeremoniellen Kirchenschmuck, der erst durch den Einfluss der oströmischen Kirche in der römisch–katholischen Kirche etabliert wurde und sich dort rasch als Teil des eigenen religiösen Selbstverständnisses manifestierte. Die begleitende Grafik stellt den Goldwert vom Ende des byzantinischen Reiches bis in die Neuzeit und darüber hinaus dar.
4: Die zwei Gemälde des Werkes »Diptychon« von Rolf Rose werden schließlich als riesenhafte Vergrößerungen eines hypothetischen Mosaiks uminterpretiert. In Anlehnung an die Werke Claes Oldenburgs.


künstlerisches Projekt, 2012

